Chirotherapie und Manuelle Therapie

 

Blockierungen und Funktionsstörungen
In der Medizin war der Begriff “Blockierung“  lange ein Reizthema. Einerseits wurden blockadeähnliche Bewegungseinschränkungen des Rückens beobachtet, die sich durch geeignete Handgriffe – oftmals spektakulär mit einem lauten Lösungsgeräusch – behandeln ließen.

Andererseits konnte die “Schulmedizin“  sich das Phänomen nicht schlüssig erklären.

 

Daher wurde die Behandlung von Blockierungen durch Handgriffe in früheren Jahrzehnten meist von Laien und Heilpraktikern ausgeübt. Diese erfreuten sich angesichts der spektakulären Erfolge eines großen Zulaufs von Patienten.


Seit den 60er Jahren wendeten sich immer mehr Ärzte dieser Therapieform zu. Sie bauten dabei auf der vor allem in den USA verbreiteten “Osteopathie“ oder der “Chiropraktik“ auf. Diese Methoden existierten dort bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie wurden von einigen eher abergläubischen und überflüssigen Vorstellungen befreit und im Laufe der Zeit immer weiter verbessert. Es entstand die  “Chirotherapie“, wie sie heute von speziell dafür ausgebildeten Ärzten praktiziert wird. Ein anderer Begriff hierfür ist “Manuelle Therapie“.

Dies ist auch der Name, unter dem diese Therapie von Physiotherapeuten angewandt wird.

 

 

Manuelle Therapie (Chirotherapie) an der Wirbelsäule

Manuelle Therapie (Chirotherapie) an der Wirbelsäule


Blockierung
Was aber nun ist eine Blockierung? Sie wird definiert als eine “Funktionsstörung von Wirbelsäulensegmenten mit einer reversiblen Bewegungseinschränkung“. Darüber hinaus kommen aber auch bei den übrigen Gelenken Blockierungen vor.
Die Ursachen von Blockierungen sind nicht geklärt. Angenommen wird zum Beispiel, dass sich dabei kleine – meniskusähnliche Strukturen -  in den Wirbelgelenken verhaken. Auch die Verlagerung von Bandscheibengewebe wird diskutiert. Eine wichtige Hypothese besagt, dass pathologische Schutzreflexe das Wirbelsäulensegment “blockieren“.
In nicht fachspezifischen Publikationen wird oft der Begriff “ausgerenkter“ Wirbel verwendet. Dieser ist nicht korrekt. Zwar gibt es tatsächlich ausgerenkte Wirbel.     Dazu kommt es aber  nur bei Einwirkung extrem hoher Kräfte, zum Beispiel bei einem Unfall. Ein tatsächlich aus dem Zusammenhang mit den anderen Wirbeln ausgerenkter Wirbel ist eine sehr ernste Unfallfolge. In solchen Fällen ist meistens eine Operation erforderlich.

Verkettungsphänomene

Im Unterschied hierzu sind die Blockierungen der Wirbelsäule zwar durchaus sehr lästig und schmerzhaft, sie sind jedoch nicht gefährlich. Die “blockierten“ Wirbel lassen sich oft mit einem einfachen Handgriff lösen.
Bei einer Blockierung ist immer auch das Gelenkspiel mit eingeschränkt. Unter Gelenkspiel verstehen Chirotherapeuten die sehr kleinen Gleit-Roll-und Schiebebewegungen in einem Gelenk und einem Wirbel während der normalen Bewegung.
Die Chirotherapie oder Manuelle Therapie zielt darauf ab, das Gelenkspiel wiederherzustellen und die Bewegungseinschränkung zu beseitigen.


Oftmals stellt der Chirotherapeut dabei Verkettungen von Blockierungen fest. Er kann zum Beispiel eine Blockierung in der Brustwirbelsäule und in der oberen Halswirbelsäule finden. Um die hierdurch ausgelösten Kopfschmerzen zu behandeln, müssen die Blockierungen in beiden Bereichen gelöst werden. Zu dieser Behandlung von Verkettungsphänomenen gehört auch die Behandlung der betroffenen Muskulatur, zum Beispiel durch Akupunktur, Spritzen, Stoßwellen – und vor allem durch Eigenübungen.

 

-> Eigenübungen