Arthrose

In diesem Artikel lesen Sie:
->Aufbau und Funktion eines Gelenkes
->Was ist Arthrose?

-> Risikofaktoren

-> Therapie

-> Alternativen

 

Aufbau und Funktion eines Gelenkes
In einem Gelenk sind die beteiligten Knochen von einer glatten Knorpelschicht überzogen. So können sich die Knochen gegeneinander bewegen und verschieben. Denn Bewegung ist die Aufgabe des Gelenks.
Der zweite Bestandteil des Gelenks ist die Gelenkkapsel. Die äußere Schicht dieser Kapsel ist fest und wird durch Bänder verstärkt. Sie sorgt dafür, dass das Gelenk nicht wackelig und instabil wird und dass die Bewegung sauber geführt wird.
Die innere Schicht ist die Schleimhaut des Gelenks. In dieser Schleimhaut wird eine Flüssigkeit (Synovialflüssigkeit) produziert, die den Knorpel benetzt und schmiert. Die Synovialflüssigkeit enthält auch die Nährstoffe für den Knorpel.
Einige Gelenke haben noch zusätzlich besondere Strukturen – wie zum Beispiel das Kniegelenk, welches innen und außen je einen Meniskus enthält. Diese puffern zu hohe Kräfte ab und führen die Bewegung.


Was ist Arthrose?

Arthrose ist die verschleißbedingte Umformung oder Zerstörung von Gelenken.


Zwei Komponenten im Wechselverhältnis


Der Gelenkverschleiß hat zwei Komponenten:
1. Die Abnutzung und Zerstörung des Gelenkknorpels
2. Die Reizung und Entzündungsreaktion der Schleimhaut.

Beide Komponenten stehen in einem Wechselverhältnis:
1. Durch die Zerstörung des Korpels werden Botenstoffe freigesetzt, die die entzündliche Reaktion der Schleimhaut hervorrufen.
2. Die Schleimhaut ihrerseits produziert daraufhin Stoffe, die den Knorpel weiter schädigen und den „Abrieb“ verstärken.
Aus diesem Grund helfen gegen Arthrose oft Anti-Entzündungs-Medikamente – wie Ibuprofen oder Cortison (aber auch Vitamin E).


Was ist Arthritis?
Es wird in der Medizin unterschieden zwischen Arthrose und Arthritis. Arthritis bezeichnet die Entzündung des Gelenks, z.B. durch Bakterien oder beim Rheuma. Heute weiß man, dass die Unterscheidung weniger streng ist als früher angenommen, da die Arthrose wie oben beschrieben auch eine entzündliche Komponente hat. Auch kann umgekehrt eine Arthritis sekundär zum Knorpelabrieb, also zur Arthrose führen.

 

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Was sind die Risikofaktoren für Arthrose?
Risiofaktoren von außen

  • Verletzungen des Knorpels durch Unfälle z.B. beim Sport
  • Verletzungen der festen Bänder und damit schlechte Führung des Gelenks
  • Überlastung durch zu hohe Gewichte, die man trägt ( seltener als viele glauben)


Risikofaktoren im eigenen Körper

  • Erbeinflüsse (unterschiedlich fester Knorpel)
  • Ungleichmäßige Knorpelbelastung durch schiefe Achsen der Beine (z.B. O-Bein)
  • Überlastung durch zu hohes eigenes Körpergewicht (viel häufiger als viele glauben)
  • Chronisch erhöhte Blutkonzentration der Harnsäure (bildet kleine Kristalle im Knorpel)
  • Nikotingenuß (schlechte Durchblutung führt zur schlechten Nährstoffversorgung des Knorpels)


Was bietet die Medizin standardmäßig an?


Operative Therapie

Wenn eine Arthrose fortgeschritten ist, hat die moderne Medizin mit der Implantation künstlicher Gelenke ein sehr gutes Mittel, um die Mobilität und Lebensqualität zu erhalten. Die Total-Endoprothese der Hüfte ist eine der großen Erfolgsgeschichten der Medizin.

Es gibt aber leider nur einige wenige Operationen, die in bestimmten Fällen die Arthrose aufhalten können. Diese würden wir  - dort wo der Patient davon einen Vorteil hat - auch empfehlen oder selbst durchführen. Besonders wichtig ist aber hier die präzise und strenge Indikationsstellung. Denn die Folgen einer überflüssigen Operation können gravierend sein. Eine Operation kann ein Mittel sein, es muß jedoch sehr sparsam und überlegt angewendet werden.
 
Nicht-operative Therapie

  • Physiotherapie und Eigenübungen, um die Gelenkfunktion zu erhalten
  • Medikamente gegen die Entzündungsreaktion (z.B. Ibuprofen 400)
  • Elektrotherapie gegen die Reizung der Gelenkkapsel

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Was kann man selbst tun?

Besonders wichtig: Jede Arthrose der Beine verschlimmert sich, wenn man zu viel wiegt. Der Einfluß des Übergewichts ist der stärkste Faktor, der die Arthrose vorantreibt.
Wer eine Arthrose der Knie, der Hüfte oder der Fußgelenke hat, sollte sehr viel Energie darauf verwenden sein Gewicht im normalen Bereich zu halten, bzw. eher etwas weniger zu wiegen.
Wer starkes Übergewicht hat, sollte ärztlichen Rat einholen, wenn er sein Gewicht nicht reduzieren kann.
Das Rauchen sollte sofort eingestellt werden. So bekommt der Knorpel sofort mehr Nährstoffe. Aber Achtung: schon eine Zigarette am Tag drosselt die Durchblutung.
Ein erhöhter Harnsäurespiegel sollte mit Diät und Medikamenten behandelt werden.
Die Muskeln, die über das Gelenk ziehen, sollten gekräftigt und ausreichend gedehnt werden.
Kälte kann im akuten entzündlichen Schub gut helfen. Zuviel Kälte wird den Knorpel jedoch weiter schädigen.
Wärme kann die Durchblutung fördern und damit dem Knorpel nutzen. Zuviel Wärme kann jedoch in manchen Fällen die Entzündungsreaktion verstärken.
Gibt es Knorpel-Aufbau-Medikamente?
Leider gibt es für kein einziges Medikament einen Wirkungsnachweis. Einige Daten und die Erfahrung vieler Behandler lassen es möglich erscheinen, dass Glucosaminsulfat und Chondroitin eine gute Wirkung auf den Knorpel haben. Wir empfehlen in bestimmten Fällen einen Versuch mit diesen Medikamenten, da Nebenwirkungen kaum zu erwarten sind. Auch Vitamin E und C können einen positiven Effekt
auf den Knorpel haben.

 

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